Niereninsuffizienz bei der Katze

Akute und chronische Niereninsuffizienz

Die Niereninsuffizienz zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei Katzen. Bei dieser Erkrankung ist die Funktion der Niere eingeschränkt. Es wird unterschieden zwischen einer chronischen und einer akuten Verlaufsform. Während die chronische Niereninsuffizienz (=CNI, langsam, schleichend über einen längeren Zeitraum) in erster Linie ältere Katzen betrifft, kann die akute (=unvermittelt, plötzlich, schnell) Verlaufsform alle Altersstadien betreffen und tritt in der Regel plötzlich und schlagartig auf. In jedem Fall hat eine Insuffizienz, also eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion, ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Lebensqualität der Katze. Bei uns erfahren Sie wesentliche Aspekte rund um diese gefürchtete Katzenerkrankung.

Lesedauer: 9 Min.
Erstellt am: Vom 19.1.2024
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Inhalt:
Was ist eine Niereninsuffizienz?
Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz
Stadien der chronischen Niereninsuffizienz
Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz
Die akute Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz bei Katzen: Was bedeutet das?

Die Niereninsuffizienz ist eine ernsthafte Erkrankung, die mit einem Funktionsverlust der Nieren als wichtigstem Entgiftungsorgan einhergeht und die sowohl in akuter als auch in chronischer Form auftreten kann. Bei der akuten Niereninsuffizienz erfolgt der Funktionsverlust der Nieren plötzlich, schlagartig, oft aufgrund einer akuten Ursache, wie z.B. einer Vergiftung. Sie erfordert sofortige tierärztliche Versorgung!

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Symptome bei einer chronischen Niereninsuffizienz

Es gibt einige Symptome, die auf eine Niereninsuffizienz hindeuten. Diese Anzeichen sollten Sie kennen:

  • Übermäßiger Durst: Katzen mit einer Niereninsuffizienz trinken oft deutlich mehr, man spricht auch von Polydipsie. Betroffene Samtpfoten trinken häufiger und größere Mengen an Wasser als zuvor. Achtung - trotzdem kommt es oft zur Dehydrierung erkrankter Tiere!
  • Vermehrtes Wasserlassen: Durch die Polydipsie trinken die Katzen mehr, was dazu führt, dass sie auch vermehrt Urin absetzen müssen.
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme: Zu Beginn der Niereninsuffizienz haben die Katzen häufig einen erhöhten Appetit, verlieren dann im Verlauf der Erkrankung allerdings immer mehr das Interesse an Futter. Infolge der oft massiven Inappetenz reduzieren sie dann auch rapide an Gewicht. Nierenkranke Katzen gelten nicht ohne Grund als die fressschwierigsten Patienten überhaupt.
  • Erbrechen und Übelkeit: Häufige Begleiterscheinungen der Niereninsuffizienz sind Erbrechen und Übelkeit, da sich die Abfallstoffe im Blut ansammeln und auch über den Verdauungstrakt ausgeschieden werden, was dort zu Irritationen führen kann.
  • Struppiges und ungepflegtes Fell: Aufgrund des Nährstoffmangels und der allgemeinen Schwäche sehen die betroffenen Katzen meist ungepflegt aus und das Fell wirkt struppig.
  • Müdigkeit: Katzen, die an einer Niereninsuffizienz leiden, fühlen sich häufig schwach und sind apathisch. Sie sind meist weniger aktiv als gewöhnlich.
  • Geschwüre im Mund und Mundgeruch: Ein unangenehmer Mundgeruch und Geschwüre im Mundraum sind weitere typische Anzeichen für eine Niereninsuffizienz.
  • Anämie: Nierenkranke Katzen sind oft anämisch, das heißt, ihre Schleimhäute sind blass aufgrund eines Mangels an roten Blutkörperchen.
  • Erhöhter Blutdruck: Katzen mit Niereninsuffizienz haben oft einen erhöhten Blutdruck.
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Ursachen einer chronischen Niereninsuffizienz

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz geht die Nierenfunktion allmählich und schleichend verloren. Die Ursachen sind vielfältig: Harnsteine, mangelhafte, nicht seniorengerechte Ernährung, Infektionen, altersbedingte Veränderungen, Tumore, Zysten und Ähnliches kommen in Frage.

Stadien der chronischen Niereninsuffizienz

Um den Schweregrad einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) bewerten zu können, wird die Erkrankung von Fachleuten in verschiedene Stadien unterteilt. Diese Einteilung erfolgt in der Regel anhand von Blutuntersuchungen, Urinanalysen und dem Grad der klinischen Symptome. Laut der IRIS (International Renal Interest Society) erfolgt eine Einteilung der CNI bei Katzen in vier Stadien:

  • Meistens sind keine Symptome bei der Katze festzustellen. In diesem Stadium sind die Nieren der Katze aber bereits beeinträchtigt. Die Nieren arbeiten noch gut genug, um den Körper der Katze mit Flüssigkeit und Nährstoffen zu versorgen. Eine Diagnose erfolgt in diesem Stadium meist zufällig bei einer Routineuntersuchung, bei der erhöhte Nierenwerte im Blut festgestellt werden.

  • Vielen Katzen merkt man die Niereninsuffizienz noch nicht an. Der Körper kompensiert die Beeinträchtigung der Nierenfunktion noch mehr oder weniger gut. Allerdings zeigen sich nun bei einigen Katzen erste Symptome, wie häufiges Urinabsetzen und vermehrtes Trinken.

  • Die durchschnittliche Lebenserwartung der Katze beträgt in diesem Stadium nicht mehr ganz zwei Jahre. Der Zustand ist dekompensiert, die beeinträchtigte Nierenfunktion kann also nicht mehr aufgefangen werden. Die betroffenen Katzen zeigen jetzt eindeutige Symptome - Inappetenz Gewichtsverlust, häufiges Trinken und vermehrtes Urinabsetzen, Flüssigkeitsmangel, Erbrechen, ungepflegtes stumpfes Fell.

  • Es findet eine innere Vergiftung im Körper der Katze statt und ein Nierenversagen steht kurz bevor. Die Katze zeigt sich in ihrem Wohlbefinden deutlich beeinträchtigt, ist teilnahmslos und leidet unter ständiger Übelkeit und Erbrechen, frisst nicht mehr und magert stark ab.

Behandlung einer chronischen Niereninsuffizienz

Die Behandlung einer Niereninsuffizienz bei Katzen zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Progression, also das Fortschreiten der Erkrankung, zu verlangsamen. Dabei hat insbesondere die Erhaltung der Lebensqualität der Katze oberste Priorität. Die Behandlung umfasst verschiedene Aspekte:

  • Diät: Eine nierenschonende Ernährung spielt eine entscheidende, unverzichtbare Rolle in der Behandlung. Hierzu wird eine spezifische Nierendiät verwendet, die im Wesentlichen phosphor- und proteinreduziert ist. Neben diesen die Nierengesundheit gezielt beeinflussenden Aspekten sollte sie auch hochverdaulich sein und eine, aufgrund der Inappetenz der Tiere, hohe Akzeptanz aufweisen. Ihr Tierarzt kann Ihnen ein geeignetes Futter empfehlen.
  • Flüssigkeitszufuhr erhöhen: Niereninsuffiziente Katzen trinken und urinieren viel. Deshalb ist unbedingt dafür Sorge zu tragen, dass sie ausreichend mit Flüssigkeit versorgt sind. Dies können Sie durch das Hinzufügen von Wasser zum Futter erreichen, das ausreichende Angebot von Wasser sowie - bei starker Dehydratation - durch Flüssigkeitsinfusionen beim Tierarzt.
  • Medikamente: Ihr Tierarzt wird Ihrer Katze Medikamente verschreiben, um Symptome wie Bluthochdruck, Übelkeit oder Anämie (Blutarmut) zu kontrollieren.
  • Regelmäßige Untersuchungen: Bei einer Niereninsuffizienz sind regelmäßige Besuche bei Ihrem Tierarzt unerlässlich. Diese dienen dazu, die Nierenwerte zu überwachen, Veränderungen frühzeitig erkennen und den Behandlungsplan dementsprechend anpassen.
  • Wohlbefinden der Katze: Damit die Lebensqualität Ihrer Katze beibehalten werden kann, sollten Sie auf eine möglichst stressfreie Umgebung Ihrer Katze achten. Schaffen Sie ihr eine echte Wohlfühlatmosphäre!
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Hausmittel bei einer chronischen Niereninsuffizienz bei Katzen 

Die Behandlung einer Niereninsuffizienz bei Katzen sollte immer von einem Tierarzt begleitet werden. Die Verwendung von Hausmitteln ohne tierärztliche Aufsicht ist sehr riskant und kann die Gesundheit der Katze gefährden. Dennoch gibt es einige Dinge, die Sie tun können, um die Lebensqualität Ihrer Katze in Ergänzung zur tierärztlichen Betreuung zu unterstützen. 

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Medikamente bei einer chronischen Niereninsuffizienz bei Katzen

In vielen Fällen spielen Medikamente eine entscheidende Rolle bei der Behandlung einer Niereninsuffizienz. Medikamente sollten generell ausschließlich auf Empfehlung des Tierarztes verabreicht werden.

  • Das A & O ist der Einsatz einer spezifischen Nierendiät, die hochverdaulich sein sollte und über einen reduzierten Phosphor- und Proteingehalt verfügt. So gelingt es, die Nierenfunktion zu unterstützen und die Symptome der Erkrankung einzugrenzen.
  • Phosphatbinder: In vielen Fällen wird von Tierärzten Phosphatbinder als Zugabe zur hochwertigen Nahrung empfohlen, wenn der Einsatz einer Nierendiät nicht angezeigt ist, nicht möglich ist oder die Katze die Nierendiät absolut ablehnt. Diese Medikamente werden verwendet, um den Phosphatgehalt im Blut zu senken. Ein zu hoher Phosphatgehalt ist maßgeblich verantwortlich dafür, dass die Niereninsuffizienz schneller fortschreitet.
  • ACE- Hemmer: Um die Durchblutung der Nieren zu verbessern und den Blutdruck der Katze zu senken, werden von Tierärzten häufig sogenannte ACE- Hemmer verschrieben.
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Die akute Niereninsuffizienz

Eine akute Niereninsuffizienz tritt bei Katzen meist unerwartet und plötzlich auf. Diese Form der Niereninsuffizienz benötigt sofortige, tierärztliche Versorgung und ist oft lebensbedrohlich. Es handelt sich um einen Notfall!

Eine der häufigsten Ursachen der akuten Niereninsuffizienz bei Katzen ist eine Vergiftung. Dies passiert etwa, wenn die Katzen toxische Substanzen wie Antifrostmittel, Lilien oder Schneckenkorn aufnehmen.

 

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