Die Körpersprache der Katzen

Die Kommunikationsmittel einer Katze sind vielfältig. Wir Menschen reagieren vorrangig auf ihre Lautäußerung, das Miauen. Aber auch in Mimik und Gestik lassen sich Informationen zur aktuellen Stimmungslage des Tieres ableiten. Am einfachsten für uns zu "lesen" sind Ohren, Augen und Schwanz. 

Körpersprache von Katzen

Die Ohren

Die Ohren von Katzen sind extrem beweglich und lassen sich unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen bewegen. Das ermöglicht die genaue Lokalisierung von Beutetieren und hilft ihnen, sich auch nachts zu orientieren.

An den Ohren lässt sich der Gemütszustand einer Samtpfote bestens ablesen: Ein gespitztes Katzenohr, dessen Öffnung nach vorne zeigt, signalisiert Aufmerksamkeit. Drehen sich die Muscheln während des ausgelassenen Spiels nach hinten, ist Vorsicht geboten:

Jetzt stehen die Zeichen auf Angriff. In dieser Verfassung empfiehlt es sich nicht, die Katze anzufassen - sie könnte Ihre Zuneigung als Angriff deuten und sich im Zweifel auch mit Krallen und Zähnen gegen die unerwünschte Berührung zur Wehr setzen.

Kommt es zur Auseinandersetzung, etwa mit dem unsympathischen Nachbarskater, der ins Revier eindringt, werden die Ohren flach an den Kopf angelegt. So werden die empfindlichen Organe vor den Krallen eines Kontrahenten geschützt.

Ein zufrieden im Körbchen schnurrendes oder einfach nur schläfriges Katzentier lässt auch schon einmal ganz entspannt die Ohren hängen. Bei ängstlichen Tieren spitzen sich die Ohren in Richtung der drohenden Gefahr und beginnen dann schnell in alle Richtungen zu zucken, um möglichst viele akustische Warnsignale aufnehmen zu können.

Die Augen

Katzenaugen sind nach vorn gerichtet und bieten ein besonders gutes räumliches Sehvermögen mit einem Sichtwinkel von bis zu 220°. Im Vergleich dazu bringen wir Menschen es bei voller Sehleistung nur auf bis zu 170°. Auch in der Dunkelheit ist das Sehvermögen einer Katze um ein Vielfaches besser als das eines Menschen. Der Blick in die strahlenden Augen einer Katze ist ebenso ein- wie ausdrucksvoll. Falls Sie Ihren gemütlich auf seinem Lieblingsplatz liegenden Haustiger erfreuen möchten, schenken Sie ihm doch einfach ein Lächeln auf Katzenart.

Katzenaugen

Eine einem Menschen wohlgesonnene Katze schaut meist mit halb geschlossenen Lidern. Blinzeln Sie Ihrer Katze jetzt langsam zu, wird sie mit der gleichen Geste antworten und Ihnen so ihr Wohlwollen übermitteln.

In Konfliktsituationen wenden Katzen entweder den Blick ab oder starren einen Kontrahenten so gut wie bewegungslos an. Der Blickkontakt wird meist dann vermieden oder abgebrochen, wenn das Tier ein eher unterwürfiges Verhalten zeigt oder Spannung aus einer Situation nehmen möchte.
Wenn Sie etwa Ihr Tier mit einem lauten "Nein!" davon abbringen möchten, weiterhin die Krallen am neuen Sofa zu wetzen, wird die Katze eher beschämt den Kopf zur Seite drehen, anstatt Ihnen einen vorwurfsvollen Blick zurückzugeben. 

Längeres Starren zählt unter Katzen als Drohgebärde. Auch von uns Menschen mögen Samtpfoten meist nicht mit den Augen fixiert werden. Nicht ohne Grund gehen etwas schüchterne Katzen deshalb häufig ausgerechnet auf Menschen zu, die eher keine Katzen mögen: Diese suchen nämlich nicht den Blickkontakt zum Tier, was die Katze somit als Einladung zum entspannten Kennenlernen interpretiert.

Die Pupillen geben ebenfalls Aufschluss auf die Stimmung einer Katze, denn sie reagieren nicht nur auf unterschiedliche Lichtverhältnisse. Hat eine Samtpfote Angst, macht sie im wahrsten Sinne des Wortes große Augen, die Pupillen weiten sich. Sehr enge Pupillen deuten eher auf ein drohendes Verhalten hin. Eine ausgeglichene Katze, die gerade zufrieden in den Tag blickt, schafft es problemlos, ganz philosophisch durch Sie hindurch zu blicken - Ignoranz par excellence. 

Katzenschwanz

Der Schwanz

Die fellige Verlängerung des Katzenkörpers leistet den Tieren vor allem gute Dienste bei akrobatischen Balanceakten, Sprüngen oder dem sicheren Aussteuern im freien Fall. Anders als ein Hund, der seine Rute ganz bewusst als Kommunikationsmittel nutzt, setzt der Katzenschwanz eher unbewusste und zugleich vielfältige Signale. Einer der Gründe, weshalb es in der Kommunikation zwischen Hund und Katze zu Missverständnissen kommen kann: Freut sich der Hund, wedelt er.  

Für eine Katze ist das schnelle Peitschen mit dem Schwanz jedoch Ausdruck höchster Empörung oder großen Ärgers. Wedelt die Katze nur leicht mit dem Schwanz, während sie in der geöffneten Tür steht und die Wetterlage checkt, ist sie gedanklich hin- und hergerissen: "Soll ich nun rausgehen oder doch besser im Warmen bleiben?"

Ist die Entscheidung gefallen, hört auch das Wedeln wieder auf.
Läuft eine Katze mit senkrecht nach oben gerichtetem Schwanz auf Sie zu, um Sie beim Nachhause kommen zu begrüßen oder weil sie das verheißungsvolle Klappern der Leckerlidose vernommen hat, deutet das auf freundliche und gute Stimmung hin. Ist die Katze in einem Erregungszustand, zittert dazu die Schwanzspitze leicht. 

Eine Katze, die große Angst hat, trägt einen gesträubten, abgesenkten Schwanz. Wird dieser sogar zwischen die Hinterbeine, ganz unter den Bauch, gezogen, zeigt das Tier gegenüber einem anderen Vierbeiner eine deutliche Unterwerfungsgeste und ist sehr ängstlich. Läuft eine Katze ständig mit eingeklemmtem Schwanz durchs Leben, sollte unbedingt überprüft werden, ob das Tier sich aufgrund ihrer Lebensumstände unglücklich fühlt oder im schlimmsten Fall sogar krank ist und Schmerzen hat.

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