Aquascaping - von der Natur inspiriert

Beim Aquascaping entstehen fantasievolle Unterwasserlandschaften.

Einrichtungsspezialist und DAS FUTTERHAUS-Mitarbeiter Garvin Borschewski* über die moderne Form der Aquariengestaltung:

Woher stammt das Aquascaping?

Ursprünglich aus Asien. Als Erfinder gilt der mittlerweile verstorbene Japaner Takashi Amano, der die Natur als Vorbild für seine Kunstwerke nahm. Zusätzlich spielten die ästhetischen Prinzipien der japanischen Gartenkunst eine große Rolle. Beim Aquascaping - die Bezeichnung leitet sich ab von "aqua" für Wasser und "landscape" für Landschaft - sind die Motive meist Szenarien nachempfunden, die oberhalb der Wasserlinie liegen, und dann im Miniaturformat nachgebaut.

Worin liegt die besondere Faszination?

Beim Aquascaping kann der Aquarianer seiner Kreativität freien Lauf lassen. So können etwa Inspirationen von einem Waldspaziergang ebenso umgesetzt werden wie eine ganze Flusslandschaft oder ein Bergpanorama. Selbst surreale Layouts mit Fantasieelementen sind möglich.

Gibt es eine besondere Herausforderung beim Aquascaping?

Bei der Realisation einer Gestaltungsidee müssen verschiedene Materialien, das heißt Bodengrund, Steine, Hölzer und Pflanzen, so arrangiert werden, dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Ein Schwerpunkt liegt meist darauf, eine besondere Tiefenwirkung zu erzeugen. Kleine Details zu gestalten ist dabei ebenso wichtig, wie öfter auch mal einen Schritt zurückzutreten, um "das große Ganze" im Auge zu behalten.

Kann in jedem Aquarium "gescapt" werden?

Im Prinzip schon. Die Größe des Aquariums spielt dabei weniger eine Rolle, als die geeignete Technik. So müssen Licht, Bodengrund und Nährstoffversorgung auf die Pflanzen, die eingesetzt werden sollen, abgestimmt sein.
Viele typische Aquascaping-Pflanzen, besonders Bodendecker, brauchen auch eine intensivere Beleuchtung als die, die häufig in Aquarium-Komplettsets angeboten wird.

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Sind Aquascaping-Aquarien sehr pflegeintensiv?

Für einen gesunden und üppigen Pflanzenwuchs ist eine regelmäßige, gezielte und oftmals tägliche Düngung mittels CO²- und Flüssigdünger notwendig. Um das gestaltete Layout nicht verwildern zu lassen, muss sicherlich auch öfter mal zur Schere gegriffen werden.
Zudem sind wöchentliche Wasserwechsel von 30 bis 50 Prozent empfehlenswert. So lässt sich eine konstant gute Wasserqualität erhalten und unerwünschtes Algenwachstum durch Nährstoffüberschüsse vermeiden.

Dürfen in einem Aquascaping-Aquarium auch Fische oder andere Unterwasserbewohner einziehen?

Tatsächlich sieht man häufig Aquascapes gänzlich ohne Fischbesatz. Gern werden allerdings wirbellose Bewohner wie die Amanogarnele und Schneckenarten wie Zebrarennschnecken, Geweihschnecken oder Stahlhelmschnecken, eingesetzt. Wer mehr Bewegung sehen möchte, wählt am besten Schwarmfische, die zur vollen Größe herangewachsen zum Aquarium und dem Layout passen, zum Beispiel Neons oder kleine Bärblinge.

Wie wird man zum Aquascaper?

Inzwischen gibt es zu diesem Thema zahlreiche Bücher sowie Infos im Internet. Auch Workshops werden angeboten. Im vergangenen Februar fand zum Beispiel auf der Heimtiermesse in Hannover eine Wochenendveranstaltung statt, bei der zehn erfahrene Aquascaper jeweils mit zwei Schülern ein Aquascape kreierten. Einige Kollegen von DAS FUTTERHAUS waren auch mit dabei.

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*Aquaristik-Spezialist Garvin Borschewski ist seit 11 Jahren Mitarbeiter von DAS FUTTERHAUS und leitet eine der Abteilungen rund um Zierfische und Zubehör. Bei Wettbewerben wie dem "European Nano Aquascaping Contest", "The Art of the Planted Aquarium" oder der "HannoverScape" im Rahmen der Heimtiermesse Hannover hat sich der Meister der Aquariengestaltung bereits mehrfach auf den vorderen Rängen platziert.


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