Willkommen in der Raufergruppe!

Willkommen in der Raufergruppe!

Sind Sie auch mit einem Vierbeiner unterwegs, der keine Gelegenheit auslässt, seine Kräfte mit anderen zu messen und sich als echter Raufer und Rüpel auf Spaziergang und Hundewiese präsentiert? Die Hamburger Hundetrainerin Maren Grote über ungehöriges Verhalten und therapeutische Wege in der Raufergruppe.

Eigentlich macht Hundehaltung alles andere als einsam. Bei den täglichen Ausflügen mit dem Vierbeiner lässt sich immer ins Gespräch kommen, sowohl mit Menschen, die keine Leine in der Hand halten, als auch mit anderen Hundehaltern. Hat man jedoch einen "Raufer" neben sich, der nichts anderes im Sinn hat, als sich mit seinen Artgenossen kräftemäßig zu messen und seinen Aggressionen nach Belieben freien Lauf zu lassen, kann das Leben mit Hund ganz schön anstrengend werden. Das sollte sich schnellstmöglich ändern.

Steitkultur für Vierbeiner

Sich hier und da unter Artgenossen zu raufen, gehört zum ganz normalen Hundeverhalten und sozialen Ausdruck unserer Hunde. Egal, wie viel Erziehung wir in unsere Lieblinge stecken: ein gewisses Aggressionsverhalten ist nicht zu vermeiden. Allerdings ist es eine wichtige Aufgabe des Halters, ausbrechenden Streit in sinnvolle, kultivierte Bahnen zu leiten.

Hier zeigt sich eine Parallele zwischen Kinder- und Hundeerziehung. Die meisten Eltern werden ihren Kindern beibringen, dass Streit nicht gut ist und wir uns eigentlich nicht streiten sollen. Von frühester Jugend an werden wir für gewöhnlich reglementiert oder bestraft, wenn Auseinandersetzungen doch einmal eskalierten und umgekehrt auch gelobt, wenn sie schnell wieder beigelegt wurden. Und trotzdem - auch Erwachsene streiten sich immer wieder, das ist völlig normal.

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Die Frage ist eher: Wie oft streiten wir uns, was sind die Auslöser und vor allem - wie fair und angemessen reagieren wir während eines Streits. Eine gesunde Hemmung zu entwickeln, nicht über gewisse Grenzen hinaus "auszurasten" und uns nach Möglichkeit mit einem Streitpartner auch wieder zu vertragen oder diesen zumindest irgendwann in Ruhe zu lassen, ist die Kunst. Das ist es auch, was unsere Hunde aktiv erlernen können. Richtig streiten. Fair streiten. Und wieder zur Ruhe kommen.

Streitverhalten ist individuell

Jeder Hundecharakter, jede Hundepersönlichkeit ist anders. Je nach Rasse, Typ und auch Hormonspiegel ist es manchmal einfach nicht möglich, gemütlich auf einer Hundewiese zu stehen, während der Hund sich friedlich vergnügt. Manche Vertreter ihrer Rasse streiten sich allein aufgrund ihrer Genetik gern, oft und mit reichlich Ausdauer. Andere wiederum sind vom Typ her eher für ein harmonisches Miteinander zu haben und ziehen sich zurück, bevor sie einen Streit vom Zaun brechen oder in einen hineingeraten.

Wer sich als Ziel setzt, jeden Streit, in den sein Hund involviert sein könnte, zu vermeiden, wird auf jeden Fall enttäuscht werden. Oft endet dieser Versuch in sozialer Isolation. Das wäre einfach zu schade und auch nicht Sinn eines erfüllten Mensch-mit-Hund-Lebens. Was von einem Hund erwartet werden kann, sollte somit an der individuellen Persönlichkeit des Tieres und nicht an allgemeinen Regeln festgemacht werden.

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Was tun, wenn's kracht

Wie viel Einfluss sie auf das Verhalten ihres eigenen Hundes während eines Konflikts nehmen können, wissen die meisten Hundebesitzer gar nicht. Kein Wunder, sie konnten es ja auch nie üben. Bekommen sich zwei Hunde "in die Wolle", ist es zugegebenermaßen auch gar nicht so einfach, richtig zu reagieren.

Die Tiere einfach machen lassen, nach dem Motto "die regeln das schon unter sich" - nicht immer eine gute Idee. Eingreifen und riskieren, eventuell sogar selbst gebissen zu werden - durchaus auch schwierig. Kommt es zu einem offenen Kampf zwischen zwei Hunden, ist es oft so, dass die Halter ihre Streithammel mit viel Geschimpfe und Gezerre voneinander trennen und umgehend das Szenario verlassen. Häufig auch untereinander in ein lautes Streitgespräch vertieft - ein schlechtes Vorbild für ihre Hunde! Wer es erlernt hat, bewahrt die Ruhe.

Um unangenehmen Szenarien kontrolliert begegnen zu können, gibt es von speziell geschulten Hundetrainern geleitete Raufergruppen. Im geschützten Rahmen treffen hier Gleichgesinnte und Betroffene zusammen, denen vor allem das Wohl ihrer Hunde am Herzen liegt.

Was eine gute Raufergruppe ausmacht

Die Kompetenz des Trainers, der eine Gruppe rauflustiger Vierbeiner begleitet, ist wichtige Voraussetzung für ein friedliches Miteinander. Jede Situation ist geleitet und wird über den Ausbilder kommuniziert. Alle Anleitungen sollten ruhig und verständlich übermittelt werden. Das hilft vor allem dem Hundebesitzer, da diesem so ein Gefühl der Sicherheit vermittelt wird.

Eine entspannte Stimmung unter den Menschen sollte selbst dann vorherrschen, falls es doch einmal zu Auseinandersetzungen unter den Vierbeinern kommt. Immer den Hunden zugewandt und mit Verständnis und Achtsamkeit für Mensch und Tier lernt es sich am besten: So können alle an ihren Aufgaben wachsen.

Die Hunde sind durch gut sitzende Maulkörbe gesichert, die Kommunikation und ungestörtes Atmen zulassen. Mit diesem Accessoire sind Mensch und Tier auch vor Schnappattacken sicher. Der Trainer leitet an, die Hunde werden gezielt und in sinnvoll kombinierten Gruppen in den Freilauf entlassen. Bestenfalls sind auch mehrere, freundliche Hunde mit auf dem Platz, sodass jeder Raufbold sich auch für einen freundlichen Spielkameraden entscheiden kann.

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Immer mit der Ruhe

Der Halter wird vor allem darin geschult, seinen Hund richtig zu lesen und einschätzen zu können, wann eine Situation eventuell eskalieren könnte.

Manch Hundehalter wird überrascht sein, wie wenig tatsächlich passiert, wenn der Zweibeiner sich in einer möglicherweise bedenklichen Lage nicht sofort fürchterlich aufregt und schreiend zum Schauplatz des Geschehens gerannt kommt.

Ziel der Übungen ist es, dass Hundehalter auch außerhalb der Gruppe möglichst genau wissen, welche Zeichen ihr Hund direkt vor einem Kampf gibt, wie bei aufkommenden Unstimmigkeiten zu reagieren und wie lange bis zu einem eventuellen Eingreifen zu warten ist.

Das Wissen darum, ob und wann ein Hund aus einer Auseinandersetzung genommen werden muss, oder ob sich darauf verlassen werden kann, dass ein Tier ohne jede Verletzungsabsicht rangeln und auch wieder aufhören kann, wird auf jeden Fall zu einer Entspannung im Ernstfall führen. Wer eine Situation gut einschätzen kann, bleibt handlungsfähig und kann auch im Notfall richtig und ruhig reagieren.

Kompetenz erlernen

In der Raufergruppe gilt es für die Hunde zunächst, ein gesundes Maß an Fairness und Kompetenz zu erlernen. Angemessenes Raufen ist völlig in Ordnung. Bestenfalls werden die Tiere im Laufe dieses Lernprozesses deutlich gelassener, müssen sich weniger beweisen und prügeln sich so auch deutlich seltener als zuvor.

Die Frage, auf welche Art eine Rauferei am besten zu unterbrechen ist, ist individuell zu betrachten und ein Lernprozess, der durchaus ein wenig Geduld erfordert. Die meisten Hundehalter beschäftigen sich im Übrigen viel zu sehr mit der Frage, wie sie zwei bereits kämpfende Hunde trennen können. Was aber viel wichtiger ist, ist die Frage, wie sich vermeiden lässt, dass es zwischen zwei oder mehreren Vierbeinern zu Auseinandersetzungen kommt.

Vielleicht haben Sie sogar das Glück, eine Raufergruppe zu finden, in der Ihnen zusätzlich zur Praxis auch theoretische Inhalte zum Thema Aggressionsverhalten vermittelt werden. Meist finden diese Theoriestunden in Abwesenheit der Hunde statt, sodass Sie sich ganz ungestört auf die neuen Lerninhalte konzentrieren können.

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