Der eifersüchtige Hund

Die Eifersucht bei Hunden

„Der tut nix, der passt nur auf mich auf“ – oder „Mein Mensch gehört nur mir allein!“

Gehört Ihr Hund auch zu jener Spezies, die auffällig eifersüchtig ist und seinen gesteigerten Anspruch auf Zuneigung bisweilen impulsiv Ausdruck verleiht? Die Hamburger Hundetrainerin Maren Grote* schlägt eine Bresche für sensible Hundeseelen und beleuchtet die Auslöser von Neid und Missgunst.

Entgegen anderslautender Meinungen kann nicht nur ein Mensch, sondern auch ein Hund eifersüchtig sein. Sei es, weil ein anderer Vierbeiner etwas erhält, das er lieber selber gehabt hätte oder weil ihm etwas weggenommen und jemand anderem überreicht wird, was er lieber selber behalten hätte.
Eifersucht kann ein Hund sowohl gegenüber einem anderen Vierbeiner als auch einem anderen Menschen empfinden. Zwei der Klassiker unter den Eifersucht auslösenden Situationen: Die neue Lebenspartnerin des Herrchens, die auf einmal den Platz neben ihm im Bett für sich beansprucht oder das neugeborene Baby, das von jetzt auf gleich die gesamte Aufmerksamkeit des Frauchens bekommt. Aus Sicht des Hundes einfach unerhört und einer deutlichen Reaktion, in „Wort“ und Tat durchaus würdig!

Egoismus oder Schutzinstinkt

Was ist es aber, dass einen Hund dazu antreibt, sich so an seine Bezugsperson zu klammern? Eine Variante: Der eifersüchtige Hund möchte sein Frauchen oder Herrchen beschützen. Er wittert Gefahr, die von einem anderen Zwei- oder Vierbeiner ausgeht - diese möchte er seinem geliebten Menschen ganz selbstlos vom Leib halten. Variante Zwei: Das eifersüchtige Bewachen dient ausschließlich dem Schutz der eigenen Ressourcen, ist also weniger ein Aufpassen auf das Wohlergehen der Bezugsperson, als eine zutiefst egoistische Handlungsweise.

Tiefliegende Beziehungsmuster

Ist es nun Ausdruck bedingungsloser Liebe, wenn Frauchens neuer Freund angeknurrt wird, sobald er sich seiner Herzdame nähert? Oder ist der Hund tatsächlich in seinem tiefsten Inneren ein unsicherer und unselbständiger Typ, den das Gefühl beschleicht, fortan keine Unterstützung vom Zweibeiner mehr zu bekommen, weil dieser sich augenscheinlich einem anderen Individuum zuwendet?
Beides kann zutreffen, ist allerdings für denjenigen, der grade in einer dieser schwierigen Situation steckt, relativ schwer zu ermitteln. In diesem Fall hilft meist nur Hilfe von außen, von jemanden, der das Beziehungskonstrukt Mensch/Tier ganz neutral und mit Abstand betrachten kann. Manch Hund benötigt tatsächlich mentale Unterstützung, die sein Selbstwertgefühl stärkt und ihn hoch erhobenen Kopfes in die Welt hinaus gehen lässt. Auch ohne den beständigen spürbaren Beistand von Herrchen oder Frauchen.
Andere Hundetypen wiederum sind ganz allgemein der Meinung, dass grundsätzlich alle Ressourcen ihnen gehören – und zu diesen zählt dann auch sein Mensch. Hier kann ein Respekts- oder Dominanzproblem vorliegen, an dem Hund und Mensch arbeiten sollten. Dabei sind beide Seiten gefordert: Der Hund muss lernen seinen Besitzer ernst zu nehmen und ihm zu vertrauen. Der Mensch muss lernen, sich seinem Hund gegenüber in seinen Ansprüchen zu behaupten und dem Vierbeiner klar zu vermitteln, was er möchte.

Aus der Trickkiste

Eifersucht kann bei weitem nicht nur in Aggression Ausdruck finden. Hunde sind intelligent und die schlauesten unter ihnen können einiges auf Lager haben, damit ihnen die ungeteilte Aufmerksamkeit von Frauchen oder Herrchen gewiss ist. Etwa dann, wenn sich auf der Gassirunde ein Treffen mit einem anderen Hund ergibt, bei dem die eigene Bezugsperson sich länger, als es – aus der Sicht des Hundes - der Anstand gebietet, mit dem anderen Vierbeiner beschäftigt, ihn vielleicht sogar hingebungsvoll krault. Geradezu unerhört!

Der schlaue Hund fängt jetzt aber nicht an zu quengeln oder versucht gar, den Nebenbuhler kurz zu zwicken. Er weiß ganz genau, dass sein Besitzer dieses Verhalten nicht billigen würde und im schlimmsten Fall sogar mit Restriktionen zu rechnen ist. Wesentlich subtiler geht es zu: Der Besitzanspruch wird durch schwanzwedelndes Dazwischendrängen und dem Hinhalten des eigenen Kopfes ganz charmant manifestiert. Noch schlauer ist es, den anderen Hund kurz zum Spielen aufzufordern und so von Frauchen oder Herrchen wegzulocken. Allerdings nur, um dann in Windeseile zurückzulaufen, triumphierend den Platz neben dem Lieblingsmenschen einzunehmen und den vermeintlichen Konkurrenten mit kühlem Blick auf Abstand zu halten.
Andere Hunde wiederum laufen einfach weg oder wälzen sich mit Hingabe in etwas besonders Stinkendem, damit Frauchen oder Herrchen ja schnell angerannt kommen und den anderen Hund links liegen lassen. Das Vortäuschen von Unwohlsein oder plötzlicher Krankheit zählt ebenso zum Repertoire einiger gewitzter Vierbeiner: So mach lahmender Hund verblüfft mit einer Spontanheilung, wird ihm die gewünschte Aufmerksamkeit zuteil.

 

Stiller Beobachter

Genaues Beobachten gibt häufig Aufschluss über die Beweggründe von Eifersüchteleien. Empfindet der Vierbeiner den gut gemeinten Ausflug auf die Hundewiese wirklich als Spaß? Nicht jeder Hund mag das Gewusel im Freilauf. Wer diese Freiheit nicht genießen kann, fühlt sich die ganze Zeit über bemüßigt ein wachsames Auge auf andere Hunde und seinen Halter zu haben. Wird´s dem überforderten Vierbeiner zu viel, reagiert er ungehalten. Eifersuchtsszenen gehören zum Versuch für Ordnung zu sorgen häufig dazu, etwa wenn Herrchen oder Frauchen sich mit einem anderen Besucher unterhalten oder gar einen anderen Hund streicheln

Enges und unbewegliches Beisammenstehen verschlechtert diese Situation meistens. Es ist am Menschen, die Schwierigkeiten des eignen Hundes zu akzeptieren, auf dessen Vorlieben Rücksicht zu nehmen und eventuelle Konfliktpotenziale zu vermeiden. Dazu zählt genaues Beobachten und Ausprobieren. So kann der Spaziergang mit der Hundegruppe die reinste Freude, der Besuch der Hundewiese hingegen eine Tortur für den Hund sein.

Ebenso wie bei uns Menschen wäre es geradezu unfair zu erwarten, dass ein Hund jedem Fremden gern seine geliebten Ressourcen überlässt und in seinem natürlichen Streben nach Aufmerksamkeit immer brav zurücksteckt. Eifersucht ist eigentlich etwas Normales und im angemessenen Ausmaß absolut vertretbar. Wird Eifersucht jedoch zur Last oder gar gefährlich, gilt es zu handeln. Werden Partner oder gar Kind vom Hund verdrängt oder bedroht, ist es an der Zeit, dem Hund ebenso ruhig und gelassen wie deutlich klar zu machen, wo seine Grenzen sind. Dies geschieht am besten unter Anleitung professioneller Hundetrainer.

*Maren Grote lebt mit ihren beiden Hunden Hummel und Nanu!, einer Dogge und ein Neufundländer-Mix, östlich von Hamburg und ist Inhaberin der Hundeschule „Lotte-Hundetraining“. In Seminaren und Einzelstunden berät die zertifizierte Hundetrainerin und CANIS-Absolventin zu den Themen Hundeerziehung und -ernährung sowie artgerechte Auslastung. Weitere Informationen zu Maren Grote finden Sie unter: www.lotte-hundetraining.de

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