Bettler auf vier Pfoten

Bettler auf vier Pfoten

Gehört Ihr Hund auch zu jener Spezies, die jeden Ihrer Bissen aufs Genaueste ins Visier nimmt? Hundetrainerin Maren Grote über fellige Tischgäste und die nachhaltigen Folgen kleiner Inkonsequenzen.

Der Sonntagsbraten steht bereit. Die Familie freut sich auf ein ruhiges Mahl. "Da soll ich doch auch nicht leben wie ein Hund", denkt sich so mancher Vierbeiner, den köstlichen Duft in der Nase, und lässt nichts unversucht, die Aufmerksamkeit seiner Menschen zu erregen. "Da muss doch auch etwas für mich abfallen?"

Führt der herzzerreißende Dackelblick nicht zum Erfolg, werden auch schon einmal andere Seiten aufgezogen: Pfoten kratzen an feinen Strümpfen, Nasen stupsen mit Ausdauer und Vehemenz gegen Ellenbögen und besonders geschickte Vierbeiner schaffen es sogar, mit den Zähnen so lange an der Tischdecke zu zupfen, bis wirklich jeder den stummen Aufschrei verstanden hat: "Gib mir was ab!" Nützt das alles nichts, wird leidend gewimmert und der Kopf mit lautem Seufzen auf dem Knie von Frauchen oder Herrchen abgelegt.

Hundeblick

Reine Manipulation?

Das Betteln um Nahrung hat ein Hund bereits im Welpenalter erlernt. Wer sich nicht ausdrucksstark mit Ton und Tat bei seiner Mutter meldet, wird nicht satt.
Im Idealfall sollte ein erwachsener Hund dieses Verhalten allerdings irgendwann ablegen.

Nicht jeder Hundehalter fühlt sich vom Betteln seines Vierbeiners gestört. Schließlich bringt das geliebte Familienmitglied ja nur zum Ausdruck, was es möchte:

seinen Anteil am Stück vom Kuchen. Bettelt der Vierbeiner etwa um Streicheleinheiten bekommt er diese ja schließlich auch. Aus Sicht des Hundes hat er also in die "richtige Richtung" manipuliert.

Konsequent bleiben

Die Regel zum Abgewöhnen des ungehörigen Verhaltens ist einfach: Niemals, wirklich nie, am oder vom Tisch füttern! Wer das Glück hat, einen jungen Hund von Anfang an erziehen zu können und konsequent bleibt, wird seine Mahlzeiten meist dauerhaft in Ruhe einnehmen können.

Werden klare Regeln eingehalten, kann ein Hund zumindest nur auf einzelne Auslöser konditioniert werden. Wer seinem Vierbeiner erlaubt, etwa den Joghurtbecher auszulecken, der wird auch nur dann einen bettelnden Hund neben sich sitzen haben, wenn die begehrte Milchspeise in Sichtweite ist.

Einige Hunderassen sind größere Leckermäuler als andere. Für diese ist inkonsequentes Verhalten, also wenn ab und zu doch mal ein Leckerchen vom Tisch herabfällt, besonders spannend. Sie fühlen sich schnell animiert, ihren Wunsch nachhaltiger zu formulieren. Es liegt also vor allem beim Menschen, seinem Hund durch Willensstärke und Konsequenz ein Stück weit den Stress zu nehmen, der unweigerlich entsteht, wenn es darum geht, um jeden Preis an eine über alles begehrte Sache heranzukommen.

Nicht schimpfen

Grundsätzlich spricht aus erzieherischer Sicht eigentlich auch nichts dagegen, sich von Zeit zu Zeit vom Hund manipulieren zu lassen. Schwierig wird es allerdings, wenn der Hund dauerhaft und in vielen verschiedenen Situationen verlangt, dass der Mensch grundsätzlich nach seiner Pfeife tanzt und jedes seiner Bedürfnisse sofort befriedigen muss. Das gilt auch für die Bettelei bei Tisch.

Einen bettelnden Hund mit lauten Worten zurechtzuweisen, bringt meist überhaupt nichts. Oftmals geht es ihm auch gar nicht darum, seinen Magen zu füllen. "Aufmerksamkeit" heißt das Zauberwort. Selbst mit negativer Aufmerksamkeit, das heißt zurechtweisenden Worten oder gar Berührungen, hat der Vierbeiner sein Ziel erreicht und findet die von ihm so dringend eingeforderte Beachtung.

Hund am Tisch

Zur Ruhe kommen

Ein gezieltes Liegetraining kann für Ruhe am Esstisch sorgen. Dabei gilt es, den Hund auf dessen Platz zu verweisen und ihm zu signalisieren, dass er dort so lange zu bleiben hat, bis das Aufstehen wieder erlaubt wird. Am besten zieht sich der Vierbeiner schon während der Vorbereitungen für die Mahlzeit zurück, damit Frauchen und Herrchen in Ruhe kochen können.

Während der Ruhephase im Körbchen oder auf dem Liegeplatz sollte der Hund nicht gestört oder angesprochen werden. Nach Ende der Mahlzeit, wenn die Tischrunde sich aufgelöst hat, das Liegegebot für den Hund einfach wieder auflösen und zum normalen Tagesgeschehen übergehen.

Hundeblick

Nichtbeachtung als Erprobungsphase

Wer testen möchte, wie selbstverständlich der eigene Hund es findet, dass dessen Aufforderungen auf der Stelle nachgekommen wird, kann versuchen, für einige Tage jedes auffordernde und bettelnde Verhalten des Tieres komplett zu ignorieren.

Mit "ignorieren" ist dabei nicht ein beleidigendes Abwenden gemeint, sondern ein ruhiges und kommentarloses Nichtbeachten - ohne jede Ansprache, Lob, Strafe, Befehle oder Handzeichen, ohne Blicke und versteckte Hinweise. Nach einer Phase der Irritation wird Ihr ungewohntes Desinteresse genau die Verhaltensweise bei Ihrem Hund zutage fördern, von der er denkt, dass diese Sie am ehesten zu einer Reaktion bewegt.

Sie können Ihren Hund nicht "leiden" sehen? Dann wird er sicherlich wimmern und fiepen. Haben Sie Angst, dass Ihr Hund Sie nicht mehr mag, wenn Sie ihm auch nur einen einzigen Wunsch abschlagen? Dann kann es gut passieren, dass er beginnt, Sie genauso zu ignorieren wie Sie ihn. Er weiß nämlich genau, dass Sie diesen Zustand nicht lange ertragen! Die meisten Hunde sind blitzgescheit und wissen nur zu gut, wie sie ihre Menschen aus der Reserve locken können. Es macht also durchaus Sinn, im Rahmen der eigenen Selbstreflektion den Hund zu "fragen", was er von einem denkt, um ihn und seine Verhaltensweisen im Umkehrschluss noch besser verstehen zu können.

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